TV-Klimaberichte erreichen viele Zuschauer nicht
26.02.2026
TV-Analyse von rund 25.000 Sendestunden zeigt: Klimathemen laufen meist in Nachrichten – Zielgruppen, die Unterhaltung sehen, werden kaum erreicht.
26.02.2026
TV-Analyse von rund 25.000 Sendestunden zeigt: Klimathemen laufen meist in Nachrichten – Zielgruppen, die Unterhaltung sehen, werden kaum erreicht.
Fernsehen zählt weiterhin zu den wichtigsten Informationsquellen über den Klimawandel. Eine neue Studie unter Leitung von Prof. Dr. Imke Hoppe vom Department für Geographie der LMU München zeigt: Klimathemen im TV erreichen vor allem Menschen, die sich ohnehin stark dafür interessieren – während weniger am Thema Klima interessierte Bevölkerungsgruppen kaum angesprochen werden.
Die Ergebnisse sind in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Nature Climate Change erschienen.
DOI: 10.1038/s41558-026-02575-3
Eine der größten Analysen von Fernsehberichterstattung zum Klimawandel
Das Forschungsteam untersuchte rund 25.000 Stunden Programm von 20 deutschen Fernsehsendern aus einem 61-Tage-Zeitraum im Herbst 2022. Ergänzend wurde eine repräsentative Bevölkerungsbefragung mit rund 1.400 Teilnehmenden durchgeführt.
Aufmerksamkeit schwankt mit Ereignissen
Die Sichtbarkeit des Themas im Fernsehen folgt stark aktuellen Ereignissen. Deutliche Ausschläge gab es etwa bei Extremwetterlagen, Klimaprotesten oder energiepolitischen Debatten. Insgesamt rangierte Klimawandel im untersuchten Zeitraum in der Themenagenda der TV-Berichterstattung auf Platz vier – hinter sozialen Fragen, Ukrainekrieg und Wirtschaft.
Wer im Fernsehen sichtbar ist – und wer fehlt
Eine automatisierte Bildanalyse von rund 72.000 Gesichtern zeigte deutliche Ungleichgewichte:
laut Publikum sind dagegen unterrepräsentiert:
Konsequenz: Formate entscheiden über Reichweite
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Fernsehen grundsätzlich das Potenzial hat, unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen über Klimafragen zu erreichen und eine gemeinsame Themenagenda zu schaffen. Dieses Potenzial werde derzeit jedoch nur teilweise genutzt. Entscheidend seien neue Erzählformen, vielfältigere Perspektiven und eine stärkere Präsenz des Themas außerhalb klassischer Nachrichtenformate.